Mittwoch, 13. Februar 2013

Das Experiment "2-Wochen-Zuckerfrei"




Zuckerfrei? Ja genau. Ich will es auch probieren, nachdem ich in letzter Zeit öfters auf einigen Blogs davon gelesen habe, z.B. bei Maria oder Nicole.
Kann man/Mensch/im besonderen Ich das überhaupt durchhalten? Vor zwei Wochen wusste ich es noch nicht und hatte große Zweifel. Ich liebe Süßigkeiten und vor allem Schokolade. Ich brauche Süßes wie die Luft zum Atmen. Ohne Zucker werde ich nervös und sehr unleidlich. 
Morgens starte ich mit Müsli (die gezuckerte Variante), vormittags dann mal schnell einen Keks oder ein Teilchen vom Bäcker, der Kaffee natürlich mit Milch und Zucker, nach dem Mittag gegen das allmittägliche Müdigkeitstief auch schnell was Süßes und abends auf der Coach ein Gläschen Wein und was Süßes zum Knabbern und kurz vorm Schlafengehen noch ein Betthupferl. Zwischendurch noch Saftschorlen oder das Stück Kuchen, wenn man sich mit Freundinnen zum Kaffee trifft.

Rechnet man das alles mal zusammen, komme ich am Tag auf ca. 60-80 Würfelzucker. Man stelle sich mal diesen Berg an Zuckerwürfeln vor. Das ist einfach nur Wahnsinn!!! Das ist einfach zu viel Süß und vor fast 2 Wochen habe ich das Projekt "2-Wochen-Zuckerfrei" gestartet und morgen ist schon der letzte Tag des Experiments. 

Wie ist es mir ergangen? Was genau habe ich an Zucker weggelassen? Wie habe ich überlebt? Wie geht es weiter?

Ganz auf Süß habe ich nicht verzichtet: ich habe weiterhin Obst und somit Fruchtzucker sowie Milchprodukte und somit Milchzucker gegessen. 
Allerdings habe ich auf jegliche Süßigkeiten, Kuchen, Zucker im Kaffee verzichtet, aber auch auf versteckte Zucker wie in Saucen, Salatdressing, Ketchup, Wurst, Säften, Marmeladen, Joghurt, Alkohol usw. geachtet und weggelassen. Man glaubt gar nicht wo überall Zucker drin ist. Es gibt kaum eine Wurst, wo kein Zucker drin ist. Man muss genau auf die Inhaltsstoffe achten und verbringt erstmal ewig im Supermarkt und liest die Inhaltsstoffe.
Ich habe in der Zeit keine Weißmehlprodukte gegessen, sondern nur Vollkorn und habe auch auf Zuckerersatzstoffe wie Süßstoffarten, Stevia etc. verzichtet; da ich diese sowieso nicht mag, war das nicht schwer.

Durch das Projekt erhoffte ich, mir bewusster zu machen, was ich so den ganzen Tag an Süßem in mich hineinstopfe und meinen Zuckerkonsum zu minimieren und ein natürliches Süßempfinden wieder zu lernen.

Zucker, in der Form und in diesen Massen, wie wir ihn heute so ganz nebenbei verzehren, grenzt schon an das Thema Sucht, manche Wissenschaftler vergleichen den Zucker sogar mit Kokain und machen den Zucker verantwortlich für Übergewicht und Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Karies sowie psychische Probleme wie Angstzustände, Panikattacken und Depressionen.
Zucker beeinträchtig die Leistungsfähigkeit des Immunssystems und macht es offen für Bakterien, Viren und Pilze.

Morgen sind die zwei Wochen des Zuckerfrei-Experiments um. Wie ist es mir ergangen? Also einfach war es nicht, es war stellenweise echt hart und manchmal hatte ich so Lust auf Schokolade, dass ich wirklich unausstehlich war. Vor allem, wenn mein Mann abends Schokolade gegessen und ein Glas Wein getrunken hat, was ich ihm auch nicht verbieten wollte. 
Aber die Vorteile des zuckerfreien Lebens überwiegen: ich komme morgens viel besser aus dem Bett, ich habe tagsüber viel mehr Energie, das Nachmittagstief fällt deutlich kleiner aus. Ich habe morgens keine geschwollenen Augen, sehe viel frischer aus, meine Haut ist besser, weniger Pickelchen und ich habe in den 2 Wochen 1,5 kg abgenommen, obwohl ich ansonsten ganz normal gegessen habe.
Mir ist bewusst geworden, wo überall versteckter Zucker lauert und was man den ganzen Tag so an Süßem nebenbei  in sich hineinstopft.

Wie geht es jetzt weiter? 
Ich werde weiterhin versuchen, zuckerfrei bzw. reduziert zu leben, d.h. ohne künstlichen Zucker, werde aber ab und zu mir Honig als Süßungsmittel erlauben. Außerdem wird es einen Tag in der Woche geben, an dem Zucker erlaubt ist. Ich vermisse das Backen und ab und zu mal ein Stück Kuchen oder Schokolade müssen erlaubt sein. Oder bei einer Einladung auch mal ein Glas Wein. Ich bin gespannt, wie ich ein zuckerreduziertes Leben weiter erlebe.

Gelesen habe ich zu diesem Thema das Buch Süchtig nach Süßem von Inke Jochims, die ein 8-Wochen-Programm aus der Zuckersucht empfiehlt und beschreibt. Dazu gibt es sehr viele Infos zum Thema Zucker und Zuckersucht und ich kann es sehr empfehlen, wenn man sich tiefer in das Thema einarbeiten möchte.






Kommentare:

  1. Sehr interessantes Thema! Ich denke, es lohnt sich auf jeden Fall, genauer über den eigenen Zuckerkonsum nachzudenken...gerade jetzt in der Fastenzeit. Allerdings finde ich den totalen Verzicht etwas problematisch...sich etwas komplett zu verbieten weckt am Ende starke Begehrlichkeiten...Alles in Maßen ist mein persönliches Motto! LG Lotta.

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    1. Alles in Maßen ist natürlich der beste Weg....mir fällt es nur oft leichter, wenn ich erstmal extrem bin und dann die Regeln wieder etwas lockere. Natürlich muss man dann aufpassen, dass es zu locker wird.

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  2. Hallo Verena,
    das habe ich letztes Jahr auch mal für einen Monat gemacht - und mir erging es ähnlich wie dir. Leider hat sich der Zucker nach einiger Zeit wieder völlig und zur Gänze zurück in die normale, tägliche Ernährung geschlichen. Ich empfinde es echt als sehr schwieriges Thema - wie man damit umgehen soll...? Ich bin noch auf keine endgültige Lösung gestoßen...

    LG Catrin

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    1. Wenn es eine endgültige Lösung geben würde, wäre es natürlich toll. So muss man einfach viel ausprobieren, weglassen...ich bin jetzt einfach mal gespannt, wie ich die nächsten Wochen mit diesem Thema lebe.

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  3. Kompliment! Ein toller, sympathischer, inspirierender und ansprechender Blog!
    Ich freu mich auf noch ganz viele neue Posts!

    Schöne Grüsse aus Ostbayern - Doris

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  4. Oh, wow! 2 Wochen komplett zuckerfrei -Respekt! Bin gespannt, wie's weiter geht. Zucker reduzieren finde ich total wichtig und ich bewundere dich für dein Durchhalten. Danke auch für deine lieben Genesungswünsche ♥

    Viele Grüße
    Melanie

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